Aktuelles aus der Gesamtkirchengemeinde Herzberg-Lindow
Susanne Ehrhardt und Rudolf Hild begeistern mit “Virtuosem BaRock” in Lindow
Mit einem furiosen Finale gingen gestern die 47. Lindower Sommermusiken zu Ende. Susanne Ehrhardt (Flöten / Klarinette) und Rudolf Hild (Klavier) präsentierten „Virtuoser BaRock“. Und wer die meisterliche Spielkunst von Susanne Ehrhardt kennt, bekommt beim Titel des Konzerts bereits eine Ahnung vom musikalischen Programm. Bei den Lindower Sommermusiken ist Susanne Erhardt eine gern gesehene Künstlerin. Schon über viele Jahre hinweg hält sie der beliebten Konzertreihe in der Drei-Seen-Stadt die Treue. Mit Rudolf Hild hat die in Berlin ansässige und europaweit gefragte Musikerin einen Pianisten zur Seite, der zugleich als Komponist und Arrangeur dem anspruchsvollen Programm eine unverwechselbare Note mitgegeben hat. Susanne Ehrhardt scheint es wie auf den Leib und direkt in die Finger geschrieben zu sein. „Virtuos, mitreißend, flirrend wie ein Wirbelsturm“ wird das Spiel von Susanne Ehrhardt in zahlreichen Kritiken beschrieben. Und genau so ist sie in dem knapp 90minütigen Lindower Programm inkl. erklatschter Zugabe zu hören. Spannung und Tempo halten bis zum letzten Ton. Rudolf Hild an den Tasten steht dem in nichts nach. Das Publikum lässt er an seiner Spielfreude teilhaben. Denn mit den jazzig bis rockig adaptierten ba-rocken Rhythmen spielen sich Hild und Ehrhardt immer wieder munter die Bälle zu. Da ist kein Tempo zu schnell und keine Phrasierung zu schwierig. Mit dem Konzert unterstreichen Schirmherrin Kara Huber und Kantorin Karin Baum einmal mehr den hohen musikalisch-künstlerischen Anspruch der Lindow Sommermusiken. Zehn Konzerte standen auch in diesem Jahr wieder von Ende Juni bis zum letzten August-Sonntag bei freiem Eintritt für ein breites Publikum bereit. Möglich wird dies durch eine breite Unterstützung von Förderern und Sponsoren aus Land, Kommune, Kirchenkreis, ortsansässigen Unternehmen, privaten Spenden und nicht zuletzt durch die Kollekten am Ausgang. Weit mehr als 1.000 Menschen besuchten in diesem Jahr die Konzerte der Sommermusiken, so Kara Huber im Rückblick und mit einem Dank an alle, die dies ermöglichten. Der Eröffnungstermin für die 48. Lindower Sommermusiken steht auch schon so gut wie fest: am 26. Juni 2026 soll nach aktueller Planung das erste Konzert in der Lindower Stadtkirche stattfinden.
Gottes Wahrheit ist Schirm und Schild
Gedanken zum Wochenende von Gemeindepädagoge Dirk Bock aus Lindow (Mark) Ist es Ihnen schon mal passiert, dass Sie einen Schirm herausgeholt haben, der kaputt war? Das ist sehr unangenehm. Bei mir landen solche Schirme sehr bald im Müll. Denn ein Schirm, der nicht vor Regen schützt, verfehlt seinen Sinn. Im Psalm 91 heißt es: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.“ (Ps 91, 1-4). Das sind steile Aussagen. Wie eine starke Burgmauer wird Gott mich beschützen, keine Krankheit und kein Feind können mir schaden. Doch erlebe ich das wirklich? Nicht so ganz. Manchmal scheint die schützende Burgmauer eher eine dünne Papierwand zu sein und ich stelle mir die Frage: Ist Gottes Schirm vielleicht auch undicht? Warum erlebe ich so wenig von Gottes Schutz? Ist Gottes Schutz dann sinnlos und sein Schirm nichts wert? Nein. Schon oft habe ich erfahren, dass Gott mich beschützt. Manchmal ist es mir erst im Nachhinein klargeworden und nicht immer bewahrt und schützt er mich so, wie ich es mir wünsche. Dennoch gilt: Gott hält seine Versprechen – immer. Psalm 91 ist Gottes Zusicherung: Egal, wie groß deine Sorgen, egal wie schwer deine Krankheit sein mögen, ich bin bei dir. Das ist mehr wert als ein Leben ohne Probleme. Post von Deiner Kirche Print-on-Demand 20250831#052 Sie kennen Menschen in Ihrer Umgebung, die unsere Andacht gern auf Papier lesen? Hier können Sie die Andacht herunterladen, ausdrucken und weitergeben. Wenig Aufwand – große Freude, Herzlichen Dank! herunterladen
Mit Freudenschein und gutem Mut
Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Ralf Haska aus der Gesamtkirchengemeinde Herzberg-Lindow Da fahren sie dahin. Die Kinder. In den Urlaub. Und die Erinnerung geht zurück in die Zeit, als wir als Eltern noch die Koffer packten und mit den Kleinen aufbrachen ins Feriendomizil. Jetzt schauen wir dem Auto nach und hoffen und beten, dass die Kinder – das werden sie für uns immer bleiben – gut im Ferienhaus ankommen. Und ich denke: Wie schnell die Zeit vergeht. Wie fliegen die Jahre dahin. Und das, was war, erscheint in der Rückschau noch viel kostbarer als es in Hektik und Stress damals erkennbar war. Wie gut, wenn man zurückschauen kann. Die Erinnerungen verklären nicht, sondern legen ein Schein von Freude und Erfüllung auf die Tage jetzt und heute. Ja, und ich erinnere mich an das weise Wort aus dem Predigerbuch: „Alles hat seine Zeit.“ Und dann zählt der Prediger auf, was alles seine Zeit hat, zählt Höhen und Tiefen auf, Ankommen und Loslassen, umfasst somit ein ganzes Leben. Alles hat seine Zeit. Und auch die heutigen Sorgen und Freuden haben ihre Zeit, nämlich genau heute, jetzt. Heute will ich daran arbeiten, dass Sorgen geringer werden und Freude sich ausbreiten kann. Denn auch das ist biblische Weisheit: „Ein Betrübter hat nie einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein tägliches Fest.“ (Spr 15,15) Und mit diesem Mut, der erfüllt ist vom Vertrauen in meinen HERRN, der mich und dich und meine großen Kleinen begleitet, sorge und freue ich mich heute. Und tue das, was Gott mir aufgibt. Voller Freude und Mut und Zuversicht. Post von Deiner Kirche Print-on-Demand 20250817#050 Sie kennen Menschen in Ihrer Umgebung, die unsere Andacht gern auf Papier lesen? Hier können Sie die Andacht herunterladen, ausdrucken und weitergeben. Wenig Aufwand – große Freude, Herzlichen Dank! herunterladen
Perels-Ausstellung im Kloster Lindow eröffnet
Seit 1956 steht auf dem Gelände des Klosters Lindow am Ufer des Wutzsees das Friedrich J. Perels-Haus. Dass das Haus diesen Namen trägt, geht auf Bischof Dibelius zurück, der damit an den zur Bekennenden Kirche gehörenden Juristen erinnern wollte. Vielen Mitgliedern der Widerstandsbewegung stand Perels als Rechtsberater zur Seite. Im April 1945 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. April zusammen mit 16 weiteren Widerstandskämpfern in einer Nacht und Nebel Aktion erschossen. An diesem Dienstag wurde eine Ausstellung zum Leben und Wirken Friedrich Justus Perels in jenem 1956 errichteten Gebäude feierlich eröffnet. Kara Huber sprach als ehemalige Stiftsvorsteherin einführenden Worte. Dass die Ausstellung nun im Perels-Haus des Klosters Lindow zu sehen ist, ist maßgeblich ihrem Einsatz zu verdanken, ebenso der Katalog zur Ausstellung. Eindrücklich schilderte Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, neben den Fakten zu Leben und Wirken Perels auch die Geschehnisse um seine Verhaftung, das Gerichtsverfahren und Ermordung der Männer des Widerstands. Mehr dazu und zur Ausstellung gibt es Freitag in unseren #WochenNEWS.
Stimmen der Ukraine in der Stadtkirche Lindow
Ein Abend, der verzaubert, Herz zerreißend schön und zu Tränen rührend. Die „Stimmen der Ukraine“ könnten ein heiteres, kammermusikalisches Abendprogramm sein. Doch das sind sie nicht, können und wollen sie nicht. „Mein Vaterland ist tot. Sie haben es begraben im Feuer. Ich lebe in meinem Mutterland: ‚Wort‘“ schrieb 1984 die aus der Bukowina stammende Rose Ausländer (1901-1988). Und Oksana Sabuschko erzählt in ihrem 2009 erschienenen Roman „Museum der vergessenen Geheimnisse“ von jenem ukrainischen Kinderspiel, in dem bunte Schätze mit einer Scheibe aus Glas vergraben und verbuddelt werden. Wenn sich die Kinder unbeobachtet fühlen, kehren sie zurück, legen die Stelle wieder frei und betrachten ihre geheimen Schätze. Die „musikalische Reise durch die Literatur der Ukraine“ ist wie ein Blick durch genau diese hinter vielen Scheiben verborgenen Schätze eines Landes, dem wieder und wieder genau diese genommen werden. Die Erinnerung daran und die Vergewisserung, die Fäden dorthin nicht zu verlieren, sind ein Beitrag zum Überleben. Und doch liegt über allem die ständige Angst, die Scheiben könnten zerbersten und alles Darunterliegende zerstören. Bilder wie diese spüren dem Weg der Ukraine über viele Generationen nach, lassen Stimmen und Melodien erklingen, die nicht zur Gemütlichkeit taugen. So wird die musikalisch-textliche Reise durch die ukrainische Kultur und Geschichte, deren Existenz von Russland bestritten wird oder eliminiert werden soll, zu einer eindringlichen Mahnung. Der Krieg Russlands richtet sich nicht nur gegen Land und Leute, sondern betrifft auch die Revolution der Würde auf dem Kyiver Maidan. Initiator der „Stimmen der Ukraine“ ist der Berliner Schauspieler Jan Uplegger. Er hat die Veranstaltung konzipiert, „um Menschen in Deutschland die Ohren zu öffnen für den kulturellen Reichtum der Ukraine“. Mareile Metzner und Jan Uplegger lesen einzeln und auch szenisch gemeinsam historische und aktuelle Texte von ukrainischen Autorinnen und Autoren, eingebettet in ukrainische Lieder, gesungen von Natalia Kuprynenko, Iryna Lazer, Iryna Razin-Kravchenko und begleitet von Yuriy Seredin am Klavier. Mit dem Programm werden Spendengelder für humanitäre Hilfe für die Ukraine gesammelt. Informationen dazu unter diesem Link: https://www.libereco.org/humanitaere-hilfe-ukraine/ Die nächsten Vorstellungen werden sein: 24.06., 19:30 Alte Kachelofenfabrik, Neustrelitz 25.06., 19:30 Stadtkulturhaus Borna 26.06., 19:00 Netzwerk für Demokratische Kultur, Wurzen 27.06., 19:00 Treibhaus Döbeln 28.06., 19:00 Kulturbahnhof Biesenthal
„Auf Deinem Weg“ – der Jugendkreuzweg in Lindow
Der Jugendkreuzweg in Lindow 2025 geht schleichend, stolpernd, kriechend, ergreifend, schreitend, gebrochen, erhebend. So hießen die sieben Stationen, die angefangen an der katholischen Kirche über Kloster, Todesmarschdenkmal, Marktplatz, Jüdischen Friedhof, Mahnmal für die Opfer der Kriege bis zur evangelischen Kirche quer durch die Stadt verliefen. Gestaltet wurden sie von den Konfirmandengruppen der katholischen und evangelischen Gemeinden und von den angereisten Gruppen aus Zehdenick, Gransee, Herzberg und aus dem Löwenberger Land. Ein Handy war dabei durchaus erwünscht. Wenn zum Beispiel mitten auf dem Markplatz die über “noahworks“ erstellte Gebetsanliegen verlesen wurden. Begleitet vom Frühlingsgezwitscher zieht sich der Weg durch den städtischen Abendverkehr. Die Sonne steht noch hinter dem Kirchturm. Eine leichte Wärme liegt in der Luft. Die Knospen sind aufgebrochen, überall blitzt frisches Grün durch die Äste und die ersten Baumblüten strahlen in üppigen Farben. Ostern liegt spät in diesem Jahr. „Mit dir“ – so der Liedruf, der an allen Stationen gesungen wurde, während die Erde sich langsam in den Abend und zum nächsten Tag hin drehte.Er ist ein Weg, der Hoffnung macht, dieser Jugendkreuzweg 2025 – auch weil in Lindow so viele Menschen dabei waren, wie schon lange nicht mehr: Hier liegt die Kraft des Beständigen, seit 37 Jahren in Lindow und seit 1958 in der Jugendkreuzweg-Bewegung, begonnen als „Gebetsbrücke“ zwischen der katholischen Jugend in beiden deutschen Staaten. So gehen „Auf deinem Weg“ die Brückenbauer auch 2025 in kleinen Schritten weiter und finden hier in Lindow und an vielen weiteren Orten in ganz Deutschland das, was verbindet.
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