Gedanken zum Wochenende von Pfarrer Thomas Hellriegel aus Vehlefanz
„Zwischen den Jahren“ sagt man, wenn von der Zeit zwischen Weihnachten und dem Neujahrs- bzw. dem Dreikönigstag die Rede ist. Das alte Jahr trudelt aus, das neue hat noch nicht richtig begonnen. Liegen die Feiertage so arbeitnehmerfreundlich wie in diesem Jahr, kann man sich mit ein paar wenigen Urlaubstagen richtig viel Zeit zum Entspannen gönnen.
„Zwischen allen Stühlen“ möchte dagegen keiner sitzen. Mittendrin und doch nicht wirklich dabei – im Kollegenkreis, im Sportverein, in der Familie – fühlt sich in der Tat nicht gut an. Manchmal ist es eine Frage der Mentalitätsunterschiede, manchmal eine des Interessenausgleichs, der nicht gelingen will. Und wer bei einer existenziell wichtigen Entscheidung nur zwischen Pest und Cholera wählen kann, ist wahrlich nicht zu beneiden.
„Zwischen Himmel und Erde“ gibt es manchmal mehr, als wir mit Verstand und unseren fünf Sinnen für möglich halten. Das können die kleinen und großen Wunder sein, die im zurückliegenden Jahr unseren Alltag geprägt haben – Heilung nach schwerer Krankheit, ein Beinahe-Unfall, der glimpflich ausging, Versöhnung nach langem Rosenkrieg. Weihnachten ist für mich auch so ein Wunder zwischen Himmel und Erde. Gott begegnet uns auf Augenhöhe – als kleines, verletzliches Kind in einer Krippe.
Gegenwart ist „Zwischenzeit“ hat mal ein kluger Kopf formuliert. In der Gegenwart ankommen meint, das Alte loslassen können. Aus der Gegenwart aufbrechen meint, das Neue mutig wagen. Und in der Zwischenzeit innehalten öffnet uns Augen und Herzen für den Frieden der Weihnacht, den unsere Gesellschaft und unsere Welt in 2025 mehr denn je brauchen werden.

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